Sandbahnrennen in Senftenberg - Die Zeiten nach dem Krieg
Die erste Große Sandbahn-Veranstaltung am 20.07.1947 auf der Trabrennbahn in Karlshorst. Der Startschuss für alle zukünftigen Bahnsportveranstaltungen in der damaligen DDR.
Die Zeitungen triumphierten und waren vollen Lobes. Nur bei den Zuschauerzahlen, wollte einer den anderen übertrumpfen. Das erinnert mich an den täglichen Wetterbericht, wo auch jeder Sender die Temperaturen nach oben oder nach unten korrigiert , je nachdem ob Sommer oder Winter ist, um mehr Quote zu machen. Die lokale Presse sprach von ca. 50.000 Zuschauern, das "Neue Deutschland" von 60.000, die "Berliner Zeitung" von 70.000. Aber egal wie, Heute sind solche Zahlen nicht mehr zu erreichen. Das zeigt wie interessiert die Menschen damals am Bahnsport waren.
So nun zurück nach Senftenberg. Vier Jahre nach dem großen Erfolg in Berlin Karlshorst, sollte es nun auch in Senftenberg eine große Sandbahn-Veranstaltung geben. Auch hier musste viel improvisiert werden, aber die Organisatoren bewiesen, das mit List und Tücke jeder Staat zu überlisten ist. Die Veranstaltung konnte mit Genehmigung des "Rat des Kreises Senftenberg" beginnen, nur eine Kleinigkeit musste korrigiert werden.
Aus "Goliath-Bahn" wurde "Bahn des Friedens"
... sonst blieb alles beim alten und das war auch gut so. Die Bahn war immer noch "SCHWARZ", 1000 Meter lang, die Kurven überhöht, und man wurde immer noch dreckig in den Staubwolken. Ansonsten gingen die Mitglieder des Motorsportclub Senftenberg, wie auch schon vor dem Krieg, mit großem Arrangement an die Vorbereitungen der ersten Veranstaltung. Die Volksvertreter waren andere, auch die Parolen der Regierenden aber der Sport explizit der Bahnsport war immer noch der selbe. Halt "NEIN", es gab tatsächlich etwas "NEUES" und das kam auch noch aus dem kapitalistischen Ausland. Der "SPEEDWAY-Sport" sollte in Senftenberg Einzug halten und die Geschichte der Stadt Senftenberg genauer gesagt Brieske in Zukunft weiter schreiben, aber dazu später mehr.
Der große Tag für die Stadt, endlich wieder "Sandbahnrennen in Senftenberg", nach dem fürchterlichen Krieg und seinen schlimmen Folgen. Alle fieberten dem großen Ereignis entgegen. Keiner wollte den Termin verpassen. Alles war vorbereitet, nun konnte es los gehen.
Viel Propaganda gab es auch zu dieser Zeit, davon konnte sich die DDR nicht befreien. Hier ein paar Beispiele aus dem Programmheft und die entsprechenden Parolen.
Die Sponsoren wollten natürlich auch genannt werden, das war damals nicht anders als heute.
Das Jahr 1952 auf der Sandbahn in Senftenberg
Auszüge aus einem privatem Fotoalbum
Das Jahr 1954 in Senftenberg
Der "Schwarze Tag" auf der Sandbahn in Senftenberg am 11.07.1954
Auch Preise gab es bei jeder Veranstaltung zu gewinnen, trotz Mangelwirtschaft.
Das lt. meinen Recherchen letzte Rennen auf der Sandbahn in Senftenberg.
Auch hier würde ich mich über genauere Informationen freuen. (Ob diese Veranstaltung noch stattgefunden hat, ob der Termin stimmt und ob es tatsächlich das letzte Rennen war, ggf. auch noch etwas genauere Angaben zu dieser Veranstaltung). Danke